Die gemeine Möhrenfliege
Im Gemüsebau haben wir mit allerlei Schädlingen zu tun, die unsere Pflanzen befallen und für Qualitätsverlust oder Ernteausfälle sorgen. Einer dieser Schädlinge ist die Möhrenfliege, die dieses Jahr dafür gesorgt hat, dass wir keine Lagermöhren ernten konnten und die frühen Sätze auch schon angeknabbert hat. Wer die Möhrenfliege ist, vor welche Herausforderungen sie uns stellt und wie wir diesen begegnen, stellen wir euch in diesem Artikel vor.
Die Möhrenfliege ist eine Fliege aus der Familie der Nacktfliegen, ist 4 bis 5 Millimeter lang und schwarz glänzend. Die Larve mit einer Länge von 6–8 mm ist weiß-gelblich glänzend. Sie überwintert als Puppe (Tönnchen), oder Larve in einer Tiefe von 5 bis 8 cm im freien Boden oder in den Resten befallener Pflanzen. Nach der Überwinterung schlüpfen die geflügelten Tiere und suchen windstille Stellen in Hecken und Büschen auf. Dort ernähren sie sich und fliegen als erste Generation im April bis Mai auf Felder mit Wirtspflanzen wie Karotten ein. Nach der Eiablage ganz nah an der Wurzel der Wirtspflanze kehren sie wieder an ihre windstillen Plätze zurück. Nach etwa 7 Tagen schlüpfen 6-8mm lange Maden, die sich während ihrer drei Stadien von den Feinwurzeln bis ins Innerste der Hauptwurzel frisst. Vier bis sieben Wochen später verpuppen sie sich zu 5mm langen Tönnchenpuppen. Über den Lauf einen Jahres entwickeln sich bis zu drei Generationen, die zwischen Mitte Mai bis Oktober fliegen. Die zweite Generation, die zwischen Juli und August fliegt, wirft den größten Schaden in den Kulturen auf.
Um diesem Befall vorzubeugen, ist grundsätzlich bei allen sog. „Doldenblütlern„, die die Möhrenfliege so gerne befällt, eine 4-5 jährige Anbaupause auf einer Fläche einzuhalten. Eine andere Möglichkeit ist, die Kulturen mit entsprechenden Schutznetzen abzudecken, durch die die Fliege nicht hindurch kommt und somit keine weiteren Eier ablegen kann. Da unsere Fläche klein und zusammenhängend ist und wir seit Jahren schon Probleme mit der Fliege haben, können wir fest davon ausgehen, dass uns in diesem Problem selbst die ausgeklügelste Fruchtfolge keinen Anbauerfolg garantieren kann. Die Fruchtfolge halten wir natürlich trotzdem ein, um anderweitigen Krankheiten vorzubeugen und die Bodengesundheit zu erhalten. Dieses Jahr haben wir sie in jedem Satz Möhren gefunden und wie einleitend schon beschrieben, hat sie vier 100m Beete Lagermöhren zu 100% befallen. Keine einzige Möhre konnten wir ernten. Dort auf dem Acker wird sie überwintern, im Frühjahr in die Hecken fliegen und die nächsten Sätze befallen. Wir stecken jedes Jahr unglaublich viel Arbeit in die Möhren, Pastinaken, Petersilienwurzeln etc. und da bluten natürlich unsere Herzen, wenn wir uns dann nicht mit einer reichen Ernte belohnen können und ihr als Mitglieder leer ausgehen müsst. So ein Ausfall passiert, ist aber doch extrem ärgerlich und sollte vermieden werden, wenn es geht.
Nächstes Jahr werden wir einen Teil der Möhren von unserem Kooperationspartner, der Hermannshof, anbauen lassen und auf unserem Acker mit engmaschigen Kulturschutznetzen arbeiten, die wir uns extra zulegen werden. Die Fliegen sind zwar bis zu 5mm lang, aber deutlich schmaler in der Breite. Deshalb muss ein entsprechendes Netz eine Maschenweite von nur maximal 1,3mm haben.