FAQ (Fragen und Antworten)

FAQ (Fragen und Antworten)

In einer Solidarischen Landwirtschaft (Solawi) finanziert eine Gruppe von Menschen einen Hof und teilt sich die Ernte. Bei wichtigen Entscheidungen dürfen alle mitbestimmen.
Die Mitglieder verpflichten sich, ein Jahr lang alle Lebensmittel abzunehmen, die produziert werden. Diejenigen, die auf dem Hof arbeiten, können dadurch langfristiger und ökologischer planen und werden fair entlohnt. Die Mitglieder sind auch untereinander solidarisch: alle entscheiden selbst und anonym, wie viel sie bezahlen können und wollen. Die Ernte wird wöchentlich an verschiedene Abholstellen (Depots) in der Nachbarschaft geliefert.
Wer möchte, kann mithelfen und dabei den Hof und andere Mitglieder kennenlernen (siehe auch: mitgärtnern)

Die Solawi Superschmelz (benannt nach einem unter den Mitgliedern legendären Riesenkohlrabi) ist eine verhältnismäßig große Solawi, die rund 900 Menschen in und um Buchholz, Tostedt, Buxtehude, HH-Harburg und HH-Wilhelmsburg mit Bio-Gemüse versorgt. Die Solawi Superschmelz ist aus der Anfang 2015 gegründeten Solawi Nordheide hervorgegangen. Angebaut wird von Anfang an auf dem Biohof Quellen in Wistedt in der Nordheide. Nachdem im ersten Jahr ca. 50 Personen mit Gemüse versorgt wurden, hat sich die Größe der Solawi seither jährlich verdoppelt oder gar verdreifacht. Die 2018 erreichte Größe von 900 Mitglieder wollen wir in der Saison 2019/20 (und voraussichtlich auch darüber hinaus) nicht erhöhen, denn die Solawi soll überschaubar und transparent bleiben und Mitbestimmung und lokale Gemeinschaftsbildung ermöglichen. Organisiert ist die Solawi Superschmelz als eingetragener Verein. Der Verein kümmert sich um die Betreuung und Information der Mitglieder, koordiniert Ehrenamtliche, ist verantwortlich für die Gemüse-Abholstellen, organisiert Veranstaltungen etc. Für den Anbau haben wir eine weitere Rechtsform gegründet: die XXX UG // Solidarhof Nordheide KG. Diese ist Arbeitgeberin unserer Gärtner*innen und Fahrer*innen, besitzt Maschinen, Gewächshäuser etc. und verfolgt einzig und allein den Zweck, im Auftrag und nach den Wünschen unserer Solawi Gemüse anzubauen.

Auf dem Biohof Quellen (Quellen 2, 21255 Wistedt) wird sämtliches Gemüse der Solawi Superschmelz angebaut (einzige Ausnahme sind die Zwiebeln, die wir auf einem Nachbarhof 10km entfernt anbauen, weil wir über keine eigene Zwiebeltrockung verfügen.
Der Biohof Quellen liegt wunderbar im Grünen aber nur 10 Fahrradminuten vom Städtchen Tostedt entfernt. Aus Hamburg und Buchholz besteht eine direkte Bahnverbindung alle 30 Minuten nach Tostedt (Fahrtzeit ab Harburg 20 Minuten). Eine Wegbeschreibung ab Bahnhof Tostedt findet ihr HIER.


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Für das Gemüsejahr 2019/2020 haben wir noch Plätze frei. Du kannst dir jetzt hier Ernteanteil sichern.
Einsteigen kannst du grundsätzlich bis voraussichtlich Ende März/Anfang April des jeweiligen Jahres. Da wir aber nur eine begrenzte Anzahl Menschen mit Gemüse versorgen können, empfiehlt es sich, dass Du Dich so bald wie möglich anmeldest. Sobald alle Anteile für ein Gemüsejahr vergeben sind, wird die Anmeldung geschlossen. Danach kannst Du Dich auf eine Warteliste setzen lassen.

Für die Saison 2019/20 (April 2019 bis März 2020) bauen wir folgendes Bio-Gemüse an: Asiasalat, Baby Leaf, Blumenkohl, Brokkoli, Chinakohl, Dicke Bohnen, Eissalat, Endivie, Feldsalat, Fenchel, Gelbe Bete, Grün-, Schwarz- und Palmkohl, Gurken, Hirschhornwegerich, Knollensellerie, Kohlrabi, Kopfsalat, Kräuter (Blutampfer, Sauerampfer, Kerbel, Bohnenkraut, Oregano, Koriander, Petersilie, Majoran, Thymian…), Kürbis, Mangold, Möhren, Pak Choi, Paprika, Pastinake, Petersilienwurzel, Porree, Postelein, Radicchio, Radieschen, Romana, Romanescu, Rosenkohl, Rote Bete, Rotkohl, Rübstiel, Rucola, Salate div., Spinat, Spitzkohl, Stangenbohnen, Staudensellerie, Steckrübe, Superschmelz, Tomaten, Weißkohl, Wirsing, Zucchini, Zuckererbsen, Zuckerhut, Zuckermais, Zwiebeln 
Welches Gemüse wann geerntet werden soll ist in unseren jährlichen Anbauplänen exakt geplant. Allerdings ergeben sich durch Wetter und Co. natürlich(e) Abweichungen vom Plan. Das planen wir im Frühjahr und Sommer ernten und das im Herbst und Winter.

Ein Kopf-Anteil ist so zusammengestellt, dass eine erwachsene Person, die sich durchschnittlich ernährt, damit während der Haupterntezeit (Sommer und Herbst) mit Gemüse ‚vollversorgt‘ sein sollte. Im Falle des Familienanteils (s.u.) gilt dies für zwei Erwachsene mit kleineren Kindern. Jahreszeitlich bedingt wird es im Sommer und im Herbst verhältnismäßig mehr Gemüse geben (bis zu 10 Sorten), und im Februar/März weniger, und dann vor allem Wintergemüse wie Karotten, Wintersalat, Kohl, Rote Beete und eher etwa 4 Sorten. Ende März und in den ersten Wochen im April wird es wahrscheinlich auch mal nichts oder kaum etwas geben, denn dann ist auch das Lagergemüse verbraucht und gibt es noch keine neue Ernte. Darauf muss man sich einstellen!
Wir wollen aber langfristig mehr Lagergemüse anbauen, den Winter- /Frühjahrsanbau optimieren und Gemüse haltbar machen, so dass das frühe Frühjahr weniger mager ausfällt.

In der Solawi-Superschmelz gibt es drei typische Anteilsgrößen: ein Kopfanteil, zwei Kopfanteile oder ein Familienanteil (entspricht ziemlich genau 2,5 Kopfanteilen, da bei Stückware immer nur 2 statt 3 Stück verteilt werden – bei Kiloware allerdings die volle Menge für drei Köpfe).
Selbstverständlich kann die Anteilsgröße völlig frei gewählt werden. Eine weniger gemüseaffine WG oder Familie kann z.B. auch nur einen Kopf-Anteil bestellen, ebenso isst es z.B. einem gemüseversessenen Pärchen freigestellt, drei Kopfanteile zu ordern. Und natürlich können Großfamilien oder -WGs auch mehr Anteile für drei oder mehr Erwachsene buchen (einfach einen Familienanteil plus ein oder zwei Einzelanteile bestellen bzw. zwei Familienanteile plus X usw. ;)).

Da wir bereits drei Anteilsgrößen (1 Kopf, 2 Köpfe, Familie) haben und Gärtner*innen und Logistik nicht noch weiter herausfordern wollen, ist es nicht möglich weitere Mengen, z.B. für „halbe Köpfe“, zu liefern. Aber vielleicht gibt es eine Möglichkeit, sich einen Anteil mit Nachbar*innen, Freund*innen oder Bekannten zu teilen? Übrigens bieten die meisten Solawis nicht drei Anteilsgrößen wie wir, sondern maximal zwei (den „ganzen“ und den „halben“ Anteil).

Wie hoch der Jahresbeitrag ist, hängt von der Anzahl der Mitglieder ab und wird  jeweils vor Beginn des Wirtschaftsjahres neu ermittelt und durch ein Bieterverfahren individuell vereinbart. Damit entspricht dein jährlicher Beitrag einem Teil der Gesamtkosten des landwirtschaftlichen Betriebes im Wirtschaftsjahr.

In diesem Jahr liegt der Richtbetrag bei 516 Euro pro Kopf und Jahr bzw. 43 Euro monatlich. Wir bieten auch einen Familien-Anteil an, der auf ca. 2,5 Personen ausgelegt ist. Dieser kostet 1284 Euro im Jahr bzw. 107 Euro im Monat.

Den Wirtschaftsplan findest du im Anmeldeformular hinterlegt.

Die anfallende Arbeit wird auf (möglichst) viele Schultern verteilt – und zum Teil im Ehrenamt und zum Teil von Festangestellten erledigt.
Jede/r kann und darf nach kurzer Absprache mit den Gärtner*Innen auf dem Acker helfen  (siehe Mitgärtnern). Genauso kann jede/r in anderen Bereichen aktiv werden. Es gibt derzeit drei Regionalgruppen sowie diverse AGs vom Einkochen bis zu den Finanzen. Derzeit arbeiten wir an Ideen, wie wir uns für die Umsetzung gemeinsamer Ideen trotz der großen Distanzen noch besser vernetzen können.

Die Anbauflächen unserer Partnerbetriebe sind Bio-zertifiziert.

Die biologischen Anbaumethoden der „Solidarischen Landwirtschaft“ verbessern die Fruchtbarkeit des Bodens und tragen zur nachhaltigen Humusbildung bei. Pestizide sowie Kunstdünger werden nicht eingesetzt.

Die Transportwege der Ernten zu den Verteilerstationen sind kurz. Das schützt unser Klima und sichert ein frisches Produkt. Wir sind mehr als nur „Bio“, wir sind SoLaWi!

Erhol Dich gut!
Entweder schickst Du jemanden der/die das Gemüse statt deiner abholt (z.B. die Person, die Deine Blumen gießt oder die Katze füttert). Oder Du sprichst Dich mit einem/r der anderen Solawistas in Deinem Depot ab und der/diejenige nimmt Deinen Anteil mit.

Alle Angestellten der Solawi erhalten einen Stundenlohn von 20 Euro brutto. Selbstverständlich werden die gesetzlichen Urlaubsbestimmungen eingehalten (wobei hier im Raum steht, die Zahl der Urlaubstage pro Jahr auf 25 oder 30 zu erhöhen).
Nachdem das Stundenbudget der Gärtner*innen in der vergangenen Saison aufgrund vieler Unwägbarkeiten im Zusammenhang mit dem starken Mitgliederwachstum viel zu niedrig angesetzt war, haben wir die Gärtner*innenstunden um rund 30 Prozent erhöht. Das Stundenbudget der Logistiker*innen – bisher überwiegend in ehrenamtlicher oder prekärer Arbeit erledigt – wurde sogar noch deutlicher erhöht.
Die Angestellten können den Umfang ihrer Beschäftigung innerhalb ihres Teams eigenständig festlegen (die bevorzugte Variante ist der Teilzeitjob, was im Gemüsebau mit saisonalen Schwankungen von mind. 50% auch nahe liegt, um in den Monaten der Hochsaison noch so etwas wie ein Privatleben zu haben).
Die Angestellten sind sehr frei in der Gestaltung ihres Arbeitsalltags. Die Solawi gibt keinerlei Hierachien vor, weder gibt es die Chefgärtnerin, noch den Cheflogistiker. Die Gärtner*innen beispielsweise organisieren sich als gleichberechtigtes Team.
Um solche Prozesse und die allgemeine Weiterentwicklung zu unterstützen sind für die Saison 2019/20 2500 Euro für Supervision und Fortbildungen eingeplant.

Es gibt (mindestens) vier Ebenen, auf denen unsere Solawi solidarisch wirkt:

1. Indem die Mitglieder im Voraus einen fairen Preis für die Ernte eines Jahres bezahlen, unterstützen sie solidarisch alle Angestellten, die das Gemüse anbauen und verteilen, was insbesondere für Gärtner*innen eine große Verbesserung ist, da nicht sie das Risiko für schlechte Ernten tragen müssen, sondern alle Solawistas gemeinsam anteilig mit ihrem Beitrag. Für die in diesem Jahr neu geschaffene Solawi-Koordinations- und Kooperationsstelle (hauptamtlich, 50-Prozent-Stelle) bedeutet dies durch die Vorfinanzierung ebenfalls ein Jahr Arbeitsplatzgarantie.

2. Innerhalb der Mitglieder herrscht Solidarität, da sie ihre Jahresbeiträge nach ihrem finanziellen Vermögen frei bestimmen können. Wer mehr hat, zahlt mehr, wer weniger hat, weniger. Sehr wichtig ist uns dabei die Anonymität. Vorgegeben wird lediglich ein Richtwert in Form des Durchschnittsbetrags.

3. Alle Angestellten der Solawi erhalten den selben, fairen Lohn: 20 Euro brutto pro Stunde. Für die Entlohnung spielen Zeugnisse, Lebensalter oder in irgendeiner Form gemessene Arbeitseffizienz keine Rolle. Die Angestellten bilden also ein solidarisches Team, in dem diejenigen, die auf dem „freien Markt“ ggf. höhere Löhne erzielen könnten, diejenigen mittragen, bei denen dies (temporär) nicht der Fall wäre.

4. Wichtiges Motiv für unser ökologisches Engagement ist die Ressourceneinsparung (siehe Frage zu Ökologie). Im Sinne globaler Gerechtigkeit und Solidarität bemühen wir uns, nicht mehr Ressourcen zu nutzen, als unbedingt nötig. Im Sinne globaler Solidarität ist dabei insbesondere die Einsparung von Treibhausgasen relevant.

Im Idealfall gelingt es unserer Solawi auch, günstigeres (und nebenbei hoffentlich besseres) Bio-Gemüse anzubieten als jeder Discounter, da unser Anspruch lautet, alles, was essbar ist, auch zu verteilen und die Mitglieder bei Wertschätzung und Zubereitung ungewohnt aussehenden Gemüses zu unterstützen. Weshalb schließlich sollte „hässliches“ Gemüse weniger Nährstoffe oder Geschmack haben als „schönes“? Zudem hoffen wir, dass Solawi-Mitglieder mit der Zeit eine höhere Wertschätzung für Gemüse und Lebensmittel aufbauen und in der Folge auch weniger wegwerfen. Natürlich muss unsere Solawi auch kein Geld für Marketing, Groß- und Zwischenhändler oder für ein teures Ladenlokal ausgeben und auf den Gemüsepreis aufschlagen.
Zwischen 10 und 50% des Gemüses bleiben bei der üblichen Vermarktung auf dem Acker („Erntereste“), werden beim Waschen und Verpacken aussortiert oder in den weiteren Handelsstufen (Großmarkt…) oder werden von Supermärkten oder Privathaushalten entsorgt (siehe hier, Tabelle auf Seite 14:). Wenn es uns als Solawi gelingt, diese Quote auf annährend Null zu senken, bekommen die einzelnen Esser*innen deutlich mehr (Bio-)Gemüse für ihr Geld als beim klassischen Einkauf.  Was aber ist an günstigen Preisen solidarisch? Wir denken, dass (potenzielle) Solawi-Haushalte mit wenig Geld häufig davor zurückschrecken (aus Scham oder „Anstandsgefühl“ etc.), niedrige Summen für ihren Anteil zu bieten. Wenn es aber gelingt, die effektiven Preise pro kg Gemüse niedrig zu halten, ist Solawi hoffentlich nicht nur etwas für besser Verdienende oder Akademiker*innen. Dieser Effekt kann noch verstärkt werden, wenn besonders viele Mitglieder Zeit und Lust haben, ehrenamtlich auf dem Acker mitzuhelfen, weil dann die Personalkosten entsprechend reduziert werden können.

Geplant sind außerdem Gemüsespenden an Projekte wie beispielsweise die „Küchen für alle“ oder andere solidarische (Koch)-Projekte. Hierzu gibt es in der Solawi aber noch keinen abschließenden Beschluss.

Eine Foodcoop produziert keine Lebensmittel. Die Foodcoop-Mitglieder suchen sich Prouzent*innen ihres Vertrauens und bestellen dort geschlossen und auf Vorrat eine große Menge. So gelingt es, unter Ausschaltung von Zwischenhändler*innen, zugleich günstige Preise für alle und überdurchschnittliche Entlohnung der Erzeuger*innen sicherzustellen. Dieser Effekt kann noch vestärkt werden, wenn möglichst viele Arbeiten in der Foodcoop ehrenamtlich (rotierend) erledigt werden und z.B. Private Räume als Lager genutzt werden etc.

Gemüse ist der kleinste gemeinsame Nenner – beinahe jeder Mensch verzehrt es regelmäßig – und Gemüseanbau ist sowohl klimatisch in unserer Region als auch in Bezug auf die Investitionskosten leichter umzusetzen als die Erzeugung vieler anderer Lebensmittel. Deshalb fangen wir erstmal mit Gemüse an. Mittelfristig sind aber auch weitere Produkte vorstellbar. 2018 haben wir unsere Mitglieder befragt, an welchen Produkten sie das meiste Interesse hätten. Laut der Umfrage, an der rund 60% der Mitglieder teilgenommen haben, scheint der Bedarf da zu sein. Rund 55% der Teilnehmenden hätten Interesse an Eiern, je rund 50% an Obst/Saft, Milchprodukten und Brot. 45% an Olivenöl, 40% an Honig und je rund 25% an Wurst, Fleisch und Kaffee (wobei Kaffee und Olivenöl natürlich über sorgfältig auszwählende Kooperativen etc. aus anderen Klimazonen bezogen werden müssten. Ein eigener Anbau ist hier nicht in Planung ;)).
Um weitere Lebensmittel als Solawi produzieren zu können, bedarf es aber einer guten Planung, weshalb hier in nächster Zeit keine Wunder zu erwarten sind. Zunächst ist es unser Wunsch, eine richtig tolle Gemüse-Solawi zu werden, dann sehen wir weiter.